Als nichts mehr von ihnen sichtbar, das letzte Ende des schwarzen Trauerschleiers zwischen den Sträuchern wie ein dunkler Hauch verweht war, fiel Karla mit dem Gesicht auf die Erde, krallte ihre Hände in den nassen Sand, erstickte die Schreie ihrer verzweifelten Seele in den Blumen und Kränzen, die ihr bis zum heutigen Tage nur ein Sinnbild frohen Lebens gewesen ....

Vor dem Friedhoftor pendelte der kleine Tänzer auf und ab.

„Ich bitte Sie, lassen Sie sie nicht allein ... auch im Hotel nicht ... bitte, Herr König ...“

Der Papa verneigte sich tief vor der schluchzenden Fürstin, geleitete sie bis zum Trauerwagen, half ihr einsteigen, mit höflicher Grandezza.

„Ich bitt’ Sie, Herr König, ... geben’s acht auf die Karla. Wir hab’n sie ja alle so gern g’habt.“

„Ge—habt“, wiederholte innerlich der Papa, drückte aber auch Reichenberg sehr mitfühlend die Hand. Er nahm den Zylinder ab, und der Regen näßte seine silberigen Locken. Er lächelte fast, als der schwarze Kasten sich langsam in Bewegung setzte.

Dann hieß er einen Gärtner ein Auto holen und schickte den zweiten, noch wartenden Trauerwagen fort. Er mochte nicht darin sitzen. Das war ihm unbehaglich.

... Nicht ohne Mühe gelang es ihm, Karla aufzuhelfen. So peinlich es ihm war, aber er mußte einen Vorübergehenden um Hilfe bitten.

„Schillstraße!“ rief er dem Führer zu.

Immer rascher, immer heftiger folgten die Schauer aufeinander, rüttelten an Karlas Körper. So — nun hatte sie sich erkältet! Das auch noch ... Wurde am Ende krank ... Das fehlte gerade! ...