„Was haben wir schon wieder angestellt? Schon wieder am Grabe gewesen?“ krähte der Papa sie an, so zornig er konnte.

„Ja,“ sagte Karla und dachte: An einem zweiten Grabe.

Der Papa drängte sie ans Klavier — an den Bechstein, den Altmann nach der Scheidung an ihn hatte zurückgehen lassen.

Karla setzte sich davor, legte die Hände auf die Tasten und saß so stundenlang, ohne einen Ton von sich zu geben, ohne eine Taste niederzudrücken.

Der Papa schrieb an die Bühnen, sprach von der „Möglichkeit, Karla der Bühne wieder zurückzugewinnen“.

Aber so viele Anträge auch kamen — Karla hörte kaum hin. Der Papa krähte und zeterte, verlor all seine lächelnde Grazie, all seine Würde. Pauline hatte ihre liebe Not mit ihm. Eines Tages meldete Pauline John Russel.

Der Papa krähte: „Wie ... was ... Russel, der Impresario, der — —“

Er lief zur Tür, flink wie ein Wiesel, mit blitzenden Augen, mit Locken, die wild um seine Stirne flatterten.

„Mister Russel — Sie? Das ist — das ist — die großartigste Eingebung, die Sie je gehabt haben! Ich bin der Vater — König ist mein Name, Solotänzer von der Königlichen Oper — Karla! — Karla! — Mädel! — Du!“

Karla stand am Schachtisch. Sie schien größer als früher, so schlank war sie geworden. Ihr rundes Gesicht war gleichsam in die Länge gezogen — es sah edler und bedeutungsvoller aus als früher. Die Augen loderten aus den umschatteten Höhlen.