„Was ist denn so Belustigendes daran?“
Dr. Maurer war in seiner Pädagogenwürde leicht verletzt, aber er war nicht unempfänglich für das wundervolle Lachen und die blitzenden Zähne seiner jungen Schwägerin.
„Findest du das etwa in der Ordnung?“
Er lächelte unwillkürlich, beugte sich über den Tisch und bemerkte dabei, daß sie wunderhübsche, junge, braune Augen hatte, unter kaum angedeuteten, hilflos und drollig geschwungenen Brauen.
„Nimm dich zusammen“, flüsterte Altmann streng.
Sie kämpfte noch immer mit dem Lachen, das sie schüttelte, wie ein boshafter Protest gegen all die steife Würde an diesem Tisch.
„Ihr müßt es mir nicht übelnehmen, aber wie der ... der ...“
„Alwin“, soufflierte Dr. Maurer.
„Ja also, wie der Alwin erzählte, daß sein Junge Bücher verkloppt hat für Zigaretten, da mußte ich an meinen Verehrer denken ... weißt du, Ernst, den kleinen Korbach. Der brachte mir wochenlang gefüllte Malz- und Honigbonbons an den Bühneneingang. Ich wußte immer nicht, wo der Junge das viele Geld dafür hernahm. Wußte auch nicht, wie er heißt. Bis er eines Abends — ich hatte gerade Schnupfen und Husten, und der Regisseur ließ das Publikum um Nachsicht bitten — mit Chininpulver in Oblaten anrückte, am nächsten Tage eine Flasche Emser Krähnchen bei meiner Wirtin ablud und am dritten Tage Rizinuspillen brachte ...“
Sie schüttelte sich wieder vor Lachen, und Dr. Alwin Maurer, der strenge Pädagoge, stimmte ein.