„Apothekersohn? Was?“

Karla nickte.

„Ja ... dreizehn Jahre war das Kerlchen! Saß abends, wenn ich sang, auf dem Olymp und klaute, was er konnte, um mir seine Liebe zu zeigen ...“

„Empörend!“ sagte Luise Altmann.

„Schrecklich! ... Ja, das Theater ...“, meinte Adele.

Dr. Maurer fuhr sich mit der sehr vollen, kurzfingerigen Hand (ein Erbteil seines Vaters) durch das Haar.

„Na ... da wird wohl der Junge auch seine Tracht Prügel bekommen haben ...“

„Das hoffe ich“, warf Adele rasch ein. „Du hast doch den Vater aufgeklärt?“

Karla nickte vergnügt.

„Gewiß. Ich habe den Jungen bei der Hand genommen, bin mit ihm zu seinem Vater ’rüber, und wie der von Hauen und so gesprochen, da hab’ ich gebeten, er möchte das lassen, und hab’ ihm dafür was vorgesungen. Er war sehr musikalisch, der Korbach ... nicht wahr, Ernst, du hast doch auch von ihm gehört? ... Fast eine Stunde haben wir zusammen musiziert. Zum Schluß haben wir das Duett aus ‚Carmen‘ gesungen ... der Kleine hat uns begleitet ... famos war das! Von Hieben war natürlich keine Rede mehr. Und zu Weihnachten, da schickte mir Herr Korbach eine Reiseapotheke. Riesig praktisch. Ernst benutzt sie auch sehr gern.“