„Das freut mich, daß ihr endlich da seid ... das freut mich. Willkommen, lieber Schwiegersohn; machen Sie sich’s bequem ... Sie müssen vorlieb nehmen. Ein alter Garçon, da haperts überall.“
Karla war befangen. Die Wohnung war ihr fremd und die Art ihrer Einrichtung. All die von der Mutter kostbar gehüteten und im Glasschrank verwahrten Nippsachen standen offen herum. Die Bezüge waren von den Stühlen entfernt, so daß die ehedem so streng verwahrte Pracht leichtfertig ihren verblaßten Glanz zeigte.
Karla wagte es kaum, sich auf den gelbseidenen Sessel zu setzen.
Aber Papa tätschelte ihren Arm.
„Na ... Kleine ... erkennst du nichts mehr? Das ist doch Adolar ...“
Nun lachte Karla. Richtig, Adolar ... der Sessel, mit dem sie ihre Liebesszenen gespielt, den sie hatte umfangen, vor dem sie hatte knien müssen.
„Adolar ... du Guter!“
Sie hatte ihn nur unter grauem Bezug gesehen und fühlte die Ohrfeige noch heute, die die Mutter ihr verabreicht, als sie in Backfischübermut den Bezug einmal abgenommen, um zu probieren, „wie es sich auf Seide sitzt“.
Mutters Geist hatte jetzt zu herrschen aufgehört. Das sah sie an dem Gebrauch des kostbaren Teeservices, an der Nutzbarmachung aller einst so geschonten Gegenstände. Aber wie gut auch der Papa da hineinpaßte! ...
Er schenkte den Tee ein, die Sahne, mit anmutig wippenden Bewegungen, reichte das Silberkörbchen herum in schwebendem Gleiten seines gerundeten Armes.