Gegen Abend kam Altmann, um sie abzuholen. Er trug jetzt immer seine guten Sachen, denn er war täglich in der Stadt, verhandelte mit Agenten, besuchte das Café, um die Blätter zu lesen.

Die Schwestern hatten erklärt, er müßte unter allen Umständen an derselben Bühne engagiert werden wie Karla.

„Willst du von dem leben, was sie verdient — oder willst du, daß sie sich allein irgendwo herumtreibt? Das ist doch unmöglich!“

Es war so manches „unmöglich“ in den Augen der Schwestern. Aber sie hatten den bürgerlichen Anstand für sich, den sie jedesmal ins Treffen führten und vor dem er sich beugte.

So suchte er denn ein Doppelengagement. Das erschwerte die Lage außerordentlich. Seine persönlichen Gagenansprüche durften natürlich bei weitem nicht an die Gage heranreichen, die er für Karla durchsetzen mußte. Es gab immer ein schreiendes Mißverhältnis, und schließlich wurden beide Gagen noch gedrückt.

Er beherrschte sich, um den Geschwistern seine Verstimmung zu verbergen. Und so trat er meist mit einem Scherzwort ein, einer freundlichen Frage, einem staunenden Ausruf.

„Potz Donner ... das wird ja eine Ausstattung wie für einen Prinzen! ...“

Karla ließ alles stehen und liegen und hing sich an seinen Hals.

„Was hast du gehört? Wie wird es? Sind Aussichten?“

Aber sie sah es seinen Augen an, die finster blieben, während seine Lippen sich lächelnd verzerrten, daß sich noch nichts erfüllt hatte. Die wundervollen Gastspielverträge hatten gelöst werden müssen, und es war noch gar nicht abzusehen, wann sich wieder ähnliche Gelegenheiten bieten würden.