„Laß nur ... meine Damen werden schon fertig mit ihr ... Ein kleiner hysterischer Anfall. Kommt vor in dem Zustand. Dazu die Hitze. Vicki ist ja auch wirklich frech gewesen und wird daher Karla um Entschuldigung bitten ... Immer ruhig Blut! Vaterfreuden wollen auch erkauft werden.“

„Ich habe mich wahrhaftig nie so gehen lassen“, sagte Adele zu ihrem Mann, als sie allein geblieben waren. „Und furchtbar ordinär war sie ... da hat Vicki nicht so unrecht. Das sind doch keine Redensarten! ...“

„Paß du mal lieber auf das Mädel auf, statt auf Karla herumzuhacken!“

Dr. Maurer schlug mit dem Handrücken unwirsch auf die entfaltete Zeitung.

Vicki hatte gebockt und war nicht zu bewegen gewesen, sich vor Karla zu entschuldigen.

Karla war es, die ihr als erste die Hand gereicht hatte:

„Na, wollen wir uns wieder vertragen, Vicki?“

Und dann hatte sie gesungen. Eigentlich zum erstenmal.

Als wollte sie ihren Mann aussöhnen und alle, die den häßlichen Auftritt mit erlebt hatten.

Und Dr. Maurer hatte plötzlich das Schlagen seines Herzens gefühlt. Die Zigarre war ihm ausgegangen, war seinen Fingern entglitten und irgendwohin gefallen. Die quellende, jubelnde Stimme schlug machtvoll an längst verschlossene Tore. Wie ein schwerer Wein weckte sie sein träges, schläfriges Blut und brachte es zum Rauschen.