Karla bemerkte im Haar der Wirtschafterin einen dunklen Schildpattkamm, der einst der Mutter gehört hatte. Sie wurde sehr rot und stand auf.

„Nein ... nein, das müssen Sie nicht tun ... so weggehen ... das würde der Herr Papa nicht erlauben! Der Herr Papa hat sehr oft von Ihnen gesprochen, hat immer gesagt: ‚Ach, wenn doch nur alles vorüber wäre, Pauline! Meine arme Tochter!‘ ..“

Karla fiel wieder zurück in den Sessel.

„So ... hat er das?“

Aber ihre Stimme klang ganz matt. Gewiß hätte sie es der Mutter nicht antun dürfen, daß sie hierblieb und sich mit Pauline in ein Gespräch einließ. Es kam ihr so vor, als wenn Pauline unter der Schürze auch ein Kleid trüge, das einst der Mutter gehört hatte.

Pauline hat auch so ziemlich dieselbe Gestalt.

Pauline fing Karlas starren Blick auf. Ein bißchen Farbe huschte über ihre Wangen, verschwand ebenso rasch. Sie machte eine überflüssige Drehung um sich selbst und lief dann hinaus. Karla legte beide Arme auf den Tisch und ließ den Kopf auf die Hände sinken. Sie war müde und sterbenstraurig. Nicht einmal richtiger Zorn wollte in ihr aufschäumen. Als hätte jede Kraft sie verlassen!

Pauline brachte Zwiebäcke herein und kühle Milch in einer hübschen Glaskanne.

„Sie müssen sich erfrischen. Stärken. In dem Zustand ... Wann soll es denn sein, gnäd’ge Frau?“

„In fünf Wochen, denk’ ich ...“