Karla stürzte ein Glas Milch herunter. Pauline schenkte ein zweites ein.

„Aber auch was dazu beißen ... Mutterchen ...“

Karla lächelte. Drollig, wie die Frau sie nannte! „Mutterchen!“ Als ob ... Karla verzog schmerzhaft das Gesicht.

„Na, was denn? ... Wo zwickt’s denn?“

Karla verstand plötzlich den Papa. Wenn sie auch mit ihm so sprach ... Als ob es das wichtigste wäre, zu wissen, „wo es zwickte“! Als gäbe es auf der Welt nur diese eine Frage zu lösen! ... So hatte die Mutter nie zu fragen verstanden und sie selbst erst recht nicht. Aber gut tat es, so gefragt zu werden ...

Pauline tätschelte Karlas Hand, und Karla zog sie nicht zurück.

„Wissen Sie was, gnäd’ge Frau, ich werde Ihnen jetzt ein bißchen Abendbrot zurechtmachen ... Immer tüchtig essen!“

„Danke ... ich habe meine Stullen mit ...“

Pauline löste schon die Verschnürung. Sie klappte die dicken Brotscheiben auseinander.

„Ist man mager. Butter wie abgekratzt, und Wurst — so dünn, zum Durchgucken.“