„Mit ihrer Altersangabe, Lady Narborough?“ fragte Dorian.
„Natürlich mit ihrem Alter, ein wenig retuschiert. Aber man darf nichts übereilen. Ich will, daß es genau das wird, was die Morning Post eine passende Verbindung nennt, und ihr sollt beide glücklich werden.“
„Was die Menschen doch für einen Unsinn über glückliche Ehen reden!“ rief Lord Henry. „Ein Mann kann mit jeder Frau glücklich werden, solange er sie nicht liebt.“
„Pfui! Was sind Sie für ein Zyniker!“ rief die alte Dame, schob ihren Stuhl zurück und nickte Lady Ruxton zu. „Sie müssen bald wiederkommen und bei mir essen. Sie sind wirklich ein wunderbarer Appetitanreger, viel besser als das, was mir mein Hausarzt verschreibt. Sie müssen mir sagen, was für Leute Sie gern treffen würden. Es soll ein entzückendes Beisammensein werden.“
„Ich liebe Männer, die eine Zukunft haben, und Frauen, die eine Vergangenheit haben“, antwortete er. „Oder beabsichtigen Sie, eine Weibergesellschaft zustande zu bringen?“
„Ich fürchte fast“, sagte sie lachend, indem sie sich erhob. „Ach, verzeihen Sie tausendmal, Lady Ruxton,“ fuhr sie fort, „ich habe nicht bemerkt, daß Sie mit Ihrer Zigarette noch nicht fertig waren.“
„Macht nichts, Lady Narborough. Ich rauche viel zuviel. Ich muß mich darin in Zukunft einschränken.“
„Bitte, tun Sie das nicht, Lady Ruxton“, sagte Lord Henry. „Mäßigung ist eine unglückliche Sache. Genug ist nicht besser als eine Mahlzeit. Mehr als genug ist so gut wie ein Festessen.“
Lady Ruxton sah ihn neugierig an. „Lord Henry, Sie müssen mich eines Nachmittags besuchen und mir das erklären. Es klingt wie eine verlockende Theorie“, sagte sie, während sie aus dem Zimmer rauschte.