Tabakspfeife der Wangoroïne.
Grundriss eines Weilers der Waschaschi.
Schnupftabaksdose der Wangoroïne. Flusspferdharpune der Waschaschi.

Alle Waschaschi jagen eifrig mit Bogen und Pfeil und betreiben, wo sich grössere Gewässer befinden, Fischfang. Besonders die Bewohner des Nyansaufers in Katoto, wo der See ungemein fischreich ist, betreiben Fischerei im Grossen mit Reusen, Netzen und grossen Angeln (Abb. pag. 40) und jagen das Flusspferd mit der Harpune. Die Kanus sind schlechte Nachahmungen der Wakerewe-Fahrzeuge. Sie pflegen die Fische auf Gestellen zu trocknen und nach Usukuma zu verkaufen. Doch auch die Bewohner von Ikoma fischen eifrig mächtige Welse im Grumeti und Rubana.

Die Hauptnahrung der Waschaschi liefern die Produkte des Ackerbaues, in Katoto der Fischfang. Der Genuss von Hühnereiern gilt als ekelhaft. Tabak wird von Männern und Weibern aus schönen langen Pfeifen mit Thon- und Steinköpfen geraucht. In Ngoroïne wird auch viel geschnupft, eine Sitte, die wohl den Wakuavi entlehnt ist. Zum Aufbewahren des Schnupftabaks dienen hübsche Kalebassen, die im erweiterten Ohrläppchen getragen werden. Pombebereitung aus Sorghum ist üblich und besonders in Ukara beliebt. Honig wird genossen, ist jedoch besonders da, wo die Dörfer mit Euphorbienhecken umgeben sind, oft gesundheitsschädlich.

Die Hütten der Waschaschi haben das Gemeinsame, dass sie cylindrische Lehmwände und ein Kegeldach besitzen, sich also mehr dem Unyamwesi-Typus nähern. Die einzige Ausnahme bilden die Wakara, die den reinen Grashüttentypus mit spitzer Anlage den Wakerewe (Wasinja) entlehnt haben (Abb. pag. 50).

In Ikoma und Ngoroïne, wo die Hütten selten viel über 4-5 m hoch sind, haben sie einen Mittelpfahl, sonst fehlt dieser. Die grössten und schönsten Hütten mit bis 12 m Durchmesser haben die Wakwaya von Majita. Die Wände sind hier aussen von Schilf und nur innen mit Lehm verputzt. Die Hütten sind in kleine Komplexe gruppirt, deren jeder den umstehend schematisch gezeichneten Grundriss und eine buschige Euphorbienhecke besitzt, welche die Hütten untereinander verbindet. Jede Hütte hat zwei Eingänge, deren einer (a) von Aussen hineinführt, eine Steinschwelle besitzt und nur für Menschen bestimmt ist, während der zweite (b) keine Schwelle hat, in den Hof führt und dem Vieh als Eingang dient. Eine Geflechtwand trennt den Vorraum vom Wohnraum, in dem die primitive Bettstelle sich befindet. Der Dachraum ist durch ein Stangendach abgeschlossen, auf welchem Feuerholz, Fisch- und Ackergeräth liegt. Als normale Hütten dienen cylindrische Korbgeflechte mit Grasdach, die auf Pfählen stehen und grosse im Innern der Hütte befindliche flaschenförmige Körbe.

In Uaschi und Ngoroïne ist der zweite Ausgang der Hütte so niedrig, dass man nur tief gebückt eintreten kann. Besonders in Gebirgsgegenden können die Komplexe nicht regelmässig kreisförmig angelegt werden, greifen ineinander über und bilden ein förmliches Labyrinth. In manchen Gegenden ist um mehrere Komplexe eine grössere Euphorbienhecke gezogen, die derart ein Dorf umschliesst. Um die Dörfer von Ngoroïne zieht sich eine feste etwa 2 m hohe steinerne Trockenmauer, auf welcher Dorngestrüpp liegt, hinter der die hohe Euphorbienhecke sich hinzieht. Diese im tropischen Afrika sehr seltene Befestigungsart durch Steinmauern findet sich auch in Lumbwa und Sotik und ist möglicherweise vom Norden übernommen. In den Gegenden, wo einzelnstehende steile Granithügel aufragen, bauen sich die Waschaschi in diese hinein und benutzen die höchsten Felskuppen als Warten, von welchen sie nach etwaigen Feinden auslugen. Als Schutz vor bösen Geistern dienen Dorfamulette die in den Boden gesteckt werden.

Die Geräthe der Waschaschi sind einfach, doch nicht ohne ein gewisses Geschick gefertigt. Die ursprüngliche Hacke ist offenbar die mit Holzklinge, wie sie sich heute noch in Ukara findet und dort völlig der Holzhacke der Wanyaturu gleicht. Sonst hat fast überall die Usinja-Hacke durch Wasukuma-Händler Eingang gefunden. Doch wird dieselbe an ein Knieholz angebunden, wie an der kleinen Eisenhacke ersichtlich. Als Kopfpolster dienen kleine Holzgestelle. Korbflechtereien werden sehr fest und wasserdicht angefertigt. Zum Abkratzen der Häute, die gegerbt werden sollen, dient ein eigenes, umstehend abgebildetes Instrument.

Lederkratzer, Waschaschi. — Stockschild, Waschaschi. — Dorfamulett, Waschaschi. — Hacke, Ngoroïne. — Hacke mit Holzklinge, Wakara. — Kopfpolster, Waschaschi. — Schlagschild, Ngoroïne.

Die Schilde sind vergrösserte, aber schlechte Nachahmungen der Massai-Schilde. Schwerter und Keule sind selten und rein den Massai entlehnt.