Ursprünglich dagegen sind die Schlagstöcke und Stockschilde. Erstere führen die Waschaschi immer bei sich. Letztere sind weniger breit, aber ebenso geformt wie die der Wanyaturu. Eine abweichende Art von Schlagschilden haben die Wangoroïne. Dieselben werden bei Stockkämpfen benutzt, die zu den Volksbelustigungen gehören. Diese eigenthümlichen Stockkämpfe mit besonderen Schilden scheinen mir ein besonderer Beweis für den ursprünglichen Zusammenhang mit den Wanyaturu zu sein. Eine weitere Analogie mit diesen bietet die rein republikanische Regierungsform der Waschaschi. Häuptlinge sind gänzlich unbekannt, die Streitfragen in der Gemeinde werden von Aeltesten entschieden. Ihre Todten begraben die Waschaschi und legen dann Bastleibschnüre auf das Grab.

Ihre Sprache ist, wie oben erwähnt, nur dialektisch vom Kisinja (Kinyoro) verschieden, so dass Leute, welche die letztere Sprache reden, sich in Schaschi ohne Schwierigkeit verständlich machen können. Die einzelnen Dialekte der Waschaschi-Stämme weichen nur sehr wenig von einander ab. Von Ikoma bis Nata einerseits und Katoto andererseits wird der reinste Dialekt gesprochen. Die Sprache von Ngoroïne ist vielfach mit Massai-Elementen vermischt. Wakwaya (Majita) und Wakara reden denselben Dialekt.

Trommel der Wakara.

Paukenartige Trommeln sah ich bei den Wakara. In Ngoroïne kennt man eine Leier, die völlig jener der Sudan-Neger gleicht (Abb. pag. 57), und Flöten. Letztere werden so häufig und zu so besonderen Gelegenheiten geblasen, dass ich unwillkürlich an das Bestehen einer Signal-Sprache dachte. Ein anderes Saiteninstrument ist bei allen Waschaschi, sowie in ähnlicher Form bei den Wanyaturu und den Völkern westlich vom Victoria-See bis zum Tanganyika gebräuchlich. Als Kriegstrompeten dienen Antilopenhörner. Der Tanz besteht hauptsächlich in Bewegungen des Unterleibes.

Saiten-Instrument, Waschaschi.

Die Hauptwaffen der Waschaschi sind Bogen und Pfeil. Erstere sind kräftig, letztere fast immer vergiftet. In Ukara hat sich die ursprüngliche Pfeilform mit harten Holzspitzen erhalten, solche findet man sonst nur in Majita, die übrigen Waschaschi haben Pfeile mit Eisenspitzen, die sie in Leder-Köchern tragen. Das Pfeilgift, eine schwarze Masse, wird in Holzbehältern verwahrt. Auch andere Stämme beziehen Pfeilgift von den Waschaschi. Speere sind immer anderen Stämmen entlehnt. So findet man im Norden den langen Kavirondo-Speer mit kurzer, oft widerhakiger Spitze, im Süden den modernen Wasukuma-Speer mit übergreifender Zwinge. Auch Massai-Speere werden manchmal getragen. Die alte Form der Wataturu-Lanzen ist als Paradewaffe beliebt.

Speer der Wangoroïne.