und
2. »Uassi, 5. Januar 1893, Str. NW., F. SW. c. 40°«
besitzen im unverwitterten Zustande eine fast weisse Farbe und gleichen dadurch sehr körnigen Quarziten, die durch parallel gelagerte Muscovitschüppchen schiefrige Struktur besitzen. Im Dünnschliff erweisen sie sich in hochgradiger Weise mechanisch verändert; nur sehr vereinzelte Quarz- und Feldspathindividuen sind mit stark zerklüfteten Rändern erhalten geblieben, alles übrige ist in eine feinkörnige, in den buntesten Farben polarisirende Mikrobreccie verwandelt, die aus Quarz und Mikroklin besteht und zwischen der sich Strähnen von gelblichweissen Muscovitlamellen hindurchziehen. In dem farblosen, offenbar neophytischen Kieselsäurecement, das wie ein durchsichtiger Glashauch jene feinklastische Masse umhüllt und zu einem Gestein von ansehnlicher Festigkeit verbindet, finden sich, stellenweise ziemlich zahlreich, Gasporen von den verschiedensten Dimensionen und meistens schlauchartigen Formen. Accessorien, mit Ausnahme der überall vorhandenen Apatite und Zirkone, fehlen in dem Gestein von Uassi, dagegen sind in den Quarzen des Gneisses vom Ruvuvu stellenweise sehr zahlreiche, allerdings winzige und demgemäss nur schwachbräunliche Biotittäfelchen von sechsseitiger Form eingewachsen. Neben diesen sind ebenso häufig dunkle Nädelchen vorhanden, die man wohl um so mehr für Turmaline ansprechen darf, als hin und wieder auch dickere Krystallfragmente von diesem Mineral auftreten, deren lebhafter Pleochroismus zwischen einem tiefen Braun (für den ordentlichen) und schmutzigen Grau (für den ausserordentlichen Strahl) schwankt.
Von den Repräsentanten der Zweiglimmergneisse liegt ein stark kaolinisirtes, der Struktur nach feinkörniges, streifiges Gestein von
»N. Urundi, 17. April, 8h 37 a. m. Str. NNO., F. OSO 80°«
vor, in dem die Betheiligung eines zweiten, farblosen Glimmers neben dem dunkelbraunen Biotit übrigens erst durch Mikroskop zu erkennen ist. Ebenso wie dieser erscheint auch der Muscovit in ziemlich wohlconturirten Blättchen und ist darum mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als primärer Bestandtheil anzusehen. Winzige, meist tiefschwarze, rundliche, bisweilen auch annähernd hexagonale Blättchen sind in den grösseren Biotitindividuen massenhaft eingewachsen; bei ihrer dunklen Farbe möchte man sie auf den ersten Blick hin für Graphit halten, indessen fehlt ihnen der für diesen charakteristische Glanz und ferner lassen vereinzelte, besonders dünne, doch etwas Licht mit dunkelbrauner Farbe durchscheinen, sodass ihre Zugehörigkeit zum Magnesiaglimmer nicht weiter zweifelhaft sein kann. Neben der chemischen Verwitterung der Feldspathe, die bis auf wenige Reste in Kaolin verwandelt sind, zeigen sich auch mechanische Deformationen in umfangreichem Maasse an den Quarzen. Etwas häufiger als sonst im Allgemeinen in diesen Gesteinen tritt Zirkon auf, während hingegen Apatit ein relativ seltener Gast ist.
Auch der Hornblendegneiss von
»Usinja, 11. August 1892,«
ist ein durch hochgradige Mikrobreccienstruktur und ansehnlichen Mikroklingehalt ausgezeichnetes Gestein, welches im Handstück eine röthliche Farbe aufweist und grosse Festigkeit verräth. Vereinzelte grössere Feldspathindividuen, die mehr oder weniger in mattweisse, kaolinartige Substanzen umgewandelt sind und sich deshalb aus der feinkörnigen, aus fast wasserklaren Quarzen und Feldspathen bestehenden Hauptmasse grell abheben, verleihen dem Dünnschliff ein porphyrartiges Aussehen. Der Glimmerbestandtheil ist fast gänzlich durch eine olivengrüne Hornblende vertreten, die gleichfalls in chemischer und mechanischer Hinsicht stark corrodirt erscheint, insofern als sie in splitterigen, flatschenartig ausgezogenen Partien schon vielfach der Umbildung in Epidot und Ausscheidung von opaken Erzpartikelchen anheimgefallen ist. Hier und da finden sich auch bräunlichrothe Titanite und Zirkone mit rundlichen Kanten, ferner Oktaederchen von Magneteisen, dem wohl auch die winzigen Erzkörnchen angehören, die an manchen Stellen schaarenweise eingesprengt sind.
Ein sehr eigenthümlicher Gesteinstypus liegt endlich in dem Epidotgneiss von