LUCREZIA. Wir saßen doch alle oben im Chor, rechts und links vom Altar.
DER PAPST. Nein, Kinder, das ist es nicht! Ihr dürft lachen und scherzen, Perlen tragen und Confetti essen. Aber ich sah einige Dominikaner unter ihnen sitzen; es sind Florentiner von San Marco, Schüler des Savonarola, dieses Ruhestörers. Sie wiegeln mir das Volk auf, und schwatzen, und machen geisterhafte Augen....
DON GIOFFRE. Warum, entfernt man die Tagediebe nicht?
FRANCESCO BORGIA. Sie sind in Mission hier. Sie konferieren mit ihrem General.
DON GIOVANNI. Oho, sind wir hier auch schon so weit, daß man den Frauen Schmuck vom Körper reißt, auf einen Haufen wirft und verbrennt?
DON GIOFFRE. Wird sich Eure Heiligkeit noch länger von dem Florentiner Narren Gesetze diktieren lassen?
DER PAPST (zwinkernd). Wir luden ihn ein.—Er kommt nicht.
DON GIOVANNI. Wie, er weigert den Gehorsam?
DER PAPST. Der Medizäer schützt ihn.—Lorenzo ist bußfertig geworden, er fragt täglich bei Savonarola an, ob er noch Aussicht habe, in den Himmel zu kommen.
LUCREZIA. Wer ist Savonarola, santo papa?