Hildegard und Emma haben ihre alte Bekanntschaft mit Anna Marie erneut, Herr Wißmuth die verschiedenen sauber abgeschriebenen Stimmen seiner »Jubelkantate« zusammengesucht (sie waren in die vierhändigen Noten geraten). »Ich bitte, meine Damen!« ruft er jetzt, beide Arme hoch in die Luft hebend.
A–ach, wie freuen wir uns,
D–aaaß zum Feste hier
U–uhns so froh vereint
Dieser Jubeltag!
Die Damen stellen sich in Positur. Emma Becker singt Sopran, Anna Marie Mezzosopran, Kitty den ersten, Hildegard den zweiten Alt.
»Ausgezeichnet!« ruft Herr Wißmuth begeistert. »Vergessen Sie nicht, meine Damen, kaum daß Sie die Halle betreten haben, gruppieren Sie sich um Herrn Förster; plötzlich stampfe ich mit dem Fuß und Sie schmettern los: ›A–aach, wie freuen wir uns‹, es wird großen Effekt machen!«
War das nicht ein Wagen?
»Ja, es ist Bertha!« sagt Kitty, aus dem Fenster blickend, »sie versprach sich aufzuhalten, um jemand von uns mitzunehmen.«
»Wer fährt mit uns!« ruft jetzt, etwas atemlos in das Musikzimmer hineinstürmend, ein kurzer breitschulteriger Mann mit einem stark gefärbten, selbstbewußt dreinschauenden Gesicht, sehr weißen Zähnen unter einem dicken, blonden Schnurrbart und einem herausfordernd funkelnden Brillantring an dem kleinen Finger seiner sorgfältig gepflegten linken Hand. Es ist Herr Walter Sadis, der Mann von Kittys älterer Schwester, ein wohlhabender Mensch, der sich eifrig bemüht, das Vermögen, welches bereits sein Vater auf der Börse gewonnen hat, zu vermehren.