»Warum?« fragt etwas beunruhigt Altenried.
»Weil dich infolgedessen Anna Marie auffordern kann, zum Essen zu bleiben.«
»Und wenn dein Vater zu Hause gewesen wäre, so hätte sie das nicht dürfen?« fragt Altenried trocken.
»Wer kann wissen? Mein Vater ist unberechenbar,« sagt gleichmütig, die Achseln zuckend, Kitty.
»Du scheinst dich darauf gefaßt zu machen, daß dein Vater meine Werbung abweist,« ruft der junge Mann etwas empfindlich.
»Möglich ist's,« gesteht Kitty kleinlaut.
»Ja, aber was dann?« fährt er auf.
»Dann wird es doch dazu kommen, was ich gestern umgehen wollte,« sagt Kitty mit einem komischen Seufzer, »wir werden aufeinander warten müssen, bis wir ein Paar grauhaarige verschrumpfte Mumien sind.«
»Aber Kitty!« ruft Altenried, »ich begreife nicht, wie du über so etwas lachen kannst.«
»Wie soll ich nicht lachen,« erwidert ihm Kitty, »wenn ich so fröhlich bin. Mein Gott, ich kann mir nichts Trauriges vorstellen, solange du neben mir bist, und rings um mich herum blühen die Bäume und die Vögel singen. – Das Leben ist so schön – selbst wenn wir ein bißchen aufeinander warten müssen, auch das wird noch schön sein. Nur zu wissen, daß du auf der Welt bist und an mich denkst, ist schön!« Und da er nicht sofort antwortet, legt sie ihm die Hand auf die Schulter und sagt treuherzig und mutwillig: »Gar zu lang wird's übrigens auf keinen Fall währen. Der Papa hat in nichts Ausdauer, nicht einmal in der Unvernunft. Eines schönen Tages werd ich ihm unbequem geworden sein, und dann giebt er mich einem jeden, der mich will – selbst dir.«