»Selbst mir!« murmelt Altenried mit einer Bitterkeit, die Kitty nicht begreift; nur daß sie ihn verletzt hat, bemerkt sie und möcht's ihm abbitten um jeden Preis.
»Hans!« flüstert sie leise.
»Ich begreife eigentlich nicht, auf welchen Grund hin mich dein Vater abweisen wollte,« fährt er auf; »einzuwenden ist schließlich gegen mich nichts, als daß ich wenig Vermögen zu erwarten habe, und wenn dir das recht ist ...?«
»Ob mir's recht ist, Hans, mein lieber, böser Hans!«
»Nun dann ...« Er ballt die Faust. Die Tochter Herrn Wißmuths lieben, die Tochter Herrn Wißmuths heiraten – das war eine Sache für sich – Kitty war anbetungswürdig – aber sich von diesem erbärmlichen Herrn Wißmuth abweisen lassen, nur weil er nicht so viel Geld hatte wie der gemeine Protz, dem jetzt Ulmenhof gehörte, das war unerträglich!
Indem hörte man eine schrille Glocke, die zu Tisch rief.
»Fordere ihn auf, mit uns zu essen, Anna,« bat Kitty, »was der Morgen uns bringt, wissen wir nicht; gönn uns zum wenigsten den einen Tag! Gönn uns den Tag!«
Und Anna gönnte ihnen den Tag!
* * *
Der Morgen brachte nichts Gutes. Herr Wißmuth war in sehr gereizter Stimmung heimgekehrt aus Frankfurt, und dies hauptsächlich deshalb, weil Herr Förster, dem er in der Einfahrt des »Englischen Hofs« begegnet, mit einem kurzen Gruß an ihm vorübergegangen war, ohne ihm Zeit zu gönnen, ihn anzusprechen. Frau von Manz, welcher er seinen Besuch abstattete, hatte ihn über den Grund der plötzlich mit Herrn Förster vor sich gegangenen Veränderung aufgeklärt.