»Ja, gnädiges Fräulein; da ich niemand getroffen, kehrte ich um. Ich habe mir erlaubt, Ihnen das Buch zu bringen, das Sie wünschten.«
»O ich danke – und wie geht es Ihrer Tante?«
»Recht gut ...« Das inhaltreiche Gespräch kam ins Stocken. Der Kutscher sah sich um – sollte er zufahren? Baron von Altenried legte die Hand an die Mütze.
»Werden Sie ... werden ...« begann Kitty stotternd und hastig.
»Gnädiges Fräulein ...!«
»Werden Sie morgen in Ulmenhof sein?«
»Darf ich fragen, ob Sie dort sein werden, gnädiges Fräulein?« erkundigte sich der junge Offizier, und dabei spielte ein Lächeln um seine frischen Lippen.
»Ja – glauben Sie denn, daß mir's der Papa erspart?« erwiderte Kitty mit komischer Verzweiflungsmiene.
Der Kutscher pendelte indessen leise mit seiner Peitsche auf und nieder, man sah's seinem breiten Rücken, ja selbst seinen roten Ohren an, wie verständnisvoll er die beiden jungen Leute beobachtete.
»Ich wollte eigentlich nicht kommen,« erwiderte Herr von Altenried, »aber ...« Das Lächeln um seinen Mund trat stärker hervor, der Ausdruck seiner Augen wurde ungewöhnlich innig, fast schwärmerisch.