Abb. 95. Schloß Iburg. (Zu Seite [114].)

Abb. 96. Burg Ravensberg im Jahre 1839.
Nach einer photographischen Reproduktion (Eigentum des Verschönerungs-Vereins in Halle i. W.) von H. Baumann in Bielefeld. (Zu Seite [114].)

Abb. 97. Burg Ravensberg.
Nach einer Photographie (Eigentum des Verschönerungs-Vereins in Halle i. W.) von H. Baumann in Bielefeld. (Zu Seite [114].)

Bückeburg.

Als eine westliche Fortsetzung des Bückeberges ist der niedrige Zug des Harrl anzusehen, der an dem Tal der Bückeburger Aue bei dem lieblich gelegenen Schwefelbade Eilsen beginnt und bei Bückeburg, der schmucken Hauptstadt des Schaumburger Ländchens, sein Ende erreicht ([Abb. 66]). Das alte Grafengeschlecht der Schaumburger, vor deren scharfem Schwerte so Dänen wie Sarazenen erbebten, ist seit 1640 ausgestorben, und die lippische Dynastie, die jetzt dort sitzt, hat von dem weiten Länderbesitz ihrer Vorgänger nur ein kleines Stückchen zu behaupten vermocht. Der Herrscher aber, der der Residenzstadt ihr Gepräge aufgedrückt hat, ist Fürst Ernst, der vorletzte Schaumburger, gewesen. »Die heute noch vorhandenen Reste der Kunstschöpfungen dieses Fürsten,« sagt Haupt, »... atmen eine so leidenschaftliche Liebe zu den prächtigsten und üppigsten Mitteln des Renaissancestils, ein so überzeugtes, unwiderstehliches Fortstürmen auf dem Wege der Übertragung italienischer Kunst ins Nordischere, daß man nur hier völlig ermessen kann, welch herrliche, aufblühende nationale Kunst durch den unglückseligsten aller Kriege erdrückt ist.« Hierher gehören vor allem die so wenig bekannten prachtvollen Innendekorationen des Bückeburger Schlosses und der lutherischen Stadtkirche, die schwungvolle Fassade derselben ([Abb. 68]), die Schloßkirche, das Tor des Schloßplatzes und die schönen Bronzefiguren von Adrian de Vries im Schloßgarten. Der einheitliche Kunstcharakter des Städtchens, den auch Neubauten wie das stattliche Schloß der Fürstin Mutter und das neue Rathaus ([Abb. 69]) gewahrt haben, das Fehlen lärmender Industrie, die hübsche Lage am Fuße des buchengrünen Harrl, der Reiz der bunten Volkstrachten in der Umgebung haben Bückeburg (5700 Einwohner) zu einem beliebten Ruhesitz von Rentnern und Pensionären gemacht.