»Aha. – Aber was bedeutet denn das hier?« Ich habe nämlich das »Notizbuch« aufgeschlagen und lese auf einer Seite die höchst rätselhaften Worte »Käs Käse Käse la.«

»Das ist Französisch,« erklärt er mit einem Anflug von Gelehrtenstolz.

»Französisch??« – – – Aaaaaah – jetzt geht mir ein Licht auf! Er hat heut seine erste französische Stunde gehabt! Nach der neuen Methode! Der Lehrer hat gesprochen, aber nicht angeschrieben. Erasmus aber, seines Notizbuches stolz sich bewußt, hat sich's notiert. Qu'est-ce que c'est que cela!

Voilà ce que c'est!

Mit Hilfe des Bindfadens fördern wir nunmehr ein kleines Scharnier von einem Deckelseidel in inniger Verbindung mit einem Stück Schusterpech zutage.

»Aber Erasmus! Ferkel!« ruft meine Frau und betrachtet nasrümpfend ihre Finger.

Er aber starrt sie an mit schuldlos-erstauntem Blick, als wollte er sagen: »Wieso? – Was ist denn los?«

Denn er lebt und webt ja noch im lautersten, ursprünglichsten Pantheismus; aus allem, was die Erde bietet, atmet ihm – in der Wärme des Herzens und der Wangen nur erst ahnungslos gefühlt – der unbekannte Schöpfer entgegen, und das gewaschenste Kätzchen wie den pfützenbewandertsten Straßenköter drückt er mit gleicher Liebe an sein glückliches Herz und sein reinstes Chemisett. Er steht noch auf dem naiv-genialen Standpunkt der Gleichberechtigung aller chemischen Verbindungen, und die paradiesische Unschuld, die noch nicht weiß, was rein und schmutzig ist, ist noch nicht ganz durch unsere ästhetischen Engherzigkeiten verscheucht.

»Was willst du denn mit diesem Stück von einem Bierglasdeckel machen?«