»Och – wenn ich den Deckel dazu finde, dann mach' ich das auf mein Milchseidel.«
»Das 's 'ne Idee! Famos! – Aber sag' mir Bescheid, wenn du den Deckel gefunden hast! – Kannst du denn überhaupt so was machen?«
»Jaaa – das ist man ganz leicht!«
»Mmmm.«
Das ist richtig. Ich hab' auch als kleiner Junge sämtlichen Handwerkern ihre sämtlichen Künste abgeguckt. Es ging alles so nett und leicht. Ich wäre so gern Tischler, Schlosser, Schmied, Schuster, Maurer, Hutmacher, Maler und alles andere außerdem gewesen. Wenn meine Phantasie ein Werk entworfen hatte, so war's auch schon fertig, und ich spielte damit. Ich hobelte ohne Hobel, klebte ohne Leim, malte ohne Pinsel, lötete ohne Kolben und Flamme und beschlug die wildesten Pferde, alles in Gedanken. Und die Werke unserer Phantasie spielen anmutiger mit uns als wir mit den wirklichsten Dingen. Auch mit Ruhm und Macht und Geld spielt es sich ja hübscher in der Phantasie als in Wirklichkeit. »Alles wiederholt sich nur im Leben –«
Also freu' dich nur an deinem Deckelglas.
Nachdem wir nun noch aus dieser Tasche eine Mundharmonika, ein kleines Weingeistthermometer und einen Soldaten von der bleiernen Kavallerie gehoben haben, bemerken wir an der Lanze dieses Ulanen eine deutsche Fünfpfennigmarke – pardon: – eine norddeutsche Fünfpfennigmarke!
Eine furchtbare Ahnung spannt meine Nerven.
»Was soll die denn?« frage ich.