Immer näher rückte der bedeutungsschwere Moment.
Frau Helmerding stieß einen furchtbaren Schrei aus; denn die Mutter des süßen Willy hieß Frau Helmerding.
– Bäh – – – bäh – – – bäh – – –
Das Unvermeidliche war geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Der süße Willy war mit beiden Füßen in etwas getreten, was man Leben nennt, und von nun an ein Faktor, mit dem die Welt zu rechnen hatte.
Die zärtlichen Verwandten, die vor der kritischen letzten halben Stunde doch geflohen waren, kehrten in Prozession zurück.
Damit das Seelenleben des süßen Willy ungetrübt und heiter dahinfließen könne von Anbeginn, hatte man seit acht Uhr ein Zuckerbeutelchen bereitgehalten. Der liebe Junge war nicht so bald vorhanden, als ihm Cousinchen Nelly mit dem Saugobjekt in den Mund fuhr. Willy lutschte schweigend am süßen Dasein.
Nachdem er gebadet worden war, ging er von Hand zu Hand. »Wie süüüß, wie rraitzend, wie hiiiimlisch, wie enttt–zückend!« und zum Schluß in siebenstimmigem Unisono sanft versäuselnd: »Wie süüüüß!«
Endlich kam die süße Last an Jungfer Elvira. Sie nahm mit sachkundiger Miene das Knäbchen wie ein Wäschebündel unter den linken Arm, ließ mit der rechten das Puppenkasperle tanzen und sang dazu ohne Schneidezähne das allerneueste Gassenhauerchen:
»Mitten in der Elbe
schwimmt ein Krokodil.«