»Laß ihn, was soll ich ihm sagen!«
»Ja, wenn ich dir das erst sagen soll – wenn du das nicht selbst weißt –!« rief Frau Rebekka. »Merkwürdig! ’n Mann, der den Kopf voll Gelehrsamkeit hat und alle Sprachen spricht –«
»Nicht alle,« versetzte Ludwig trocken –
»– und verlangt von mir, daß ich ihm sage, was er sagen soll!«
»Ja, ich bin zu dumm dazu,« sagte Ludwig mit seinem Lächeln.
»Ach Gott, mit dir ist ja kein Auskommen!« rief Rebekka, lief in die Küche hinaus und klagte laut den Tellern und Töpfen ihr Leid.
Ludwig und Asmus Semper verband nun einmal aus Vordaseinszeiten her ein Vertrauen, das die sorgende Frau Rebekka nicht begreifen konnte.
Übrigens beabsichtigte Asmus keineswegs, die Welt- und Fleischeslust in sich zu ertöten und auf die Freuden eines geselligen Trunkes prinzipiell zu verzichten. Und er hatte es nicht zu bereuen, daß er an einem vielverheißenden Vorfrühlingstage in die Kuhlmännische Akademie ging. Er traf dort seinen Kollegen Mansfeld, eben jenen Herrn, der eine Pensionärin Namens Hilde Chavonne im Hause hatte. Asmus schwankte, ob er sich zu ihm setzen solle; aber
eine eigentümliche Gewalt zog ihn fast gegen seinen Willen an denselben Tisch.
»Sie sollten sich mal mein neuestes Bild ansehen,« sagte Mansfeld, der in seinen Mußestunden malte, im Laufe des Gesprächs. »Kommen Sie mit und essen Sie mit uns zu Abend. Meine Frau wird sich freuen.«