Auch diese Antwort war ja richtig; aber ihre Richtigkeit wurde nicht zugestanden.
»Hahaaa,« johlte die Korona, »da haben wir’s, wir sind alle Lumpen und Idioten!«
Wäre Asmus jener Yankee gewesen, so hätte er gesagt: »Dieser Schluß entbehrt durchaus der logischen Richtigkeit«; statt dessen verzog er das bleiche Gesicht zu einem Ausdruck grenzenloser Verachtung und sagte:
»Bitte, ich sagte: oder«.
Sie stutzten einen Augenblick, und als sie diese Antwort begriffen hatten, tobten sie und erklärten Asmus Semper wegen seines »Hochmuts«, seiner »Frechheit« und seiner »Inkollegialität« in Verruf. Die Inkollegialität bestand darin, daß er mehr wußte und konnte als Seybold, Wiedemann und Kompanie und dies in seinen Arbeiten schamlos zu erkennen gab.
Vor Asmussens Augen stand sein alter herrlicher Schulmeister, Herr Cremer, wie er dem Quintus Fabius nachahmte. Er pflegte zwei Falten in seinen Rock zu machen und zu sagen: »So stand Quintus Fabius vor der karthagischen Ratsversammlung und sagte: Hier in den Falten meiner Toga habe ich Krieg und Frieden
– wählt!« So hatte das Schicksal in Gestalt der Seybold, Wiedemann und Genossen vor ihm gestanden, und genau wie die Karthager hatte er geantwortet: »Gebt, was ihr wollt.« Und Quintus Fabius Seybold hatte gesagt: So hab denn Krieg.
Und so war es also Krieg.
Ja, wenn es noch ein richtiger, ehrlicher Krieg gewesen wäre. Aber es war die bekannte Guerilla böser Schikanen, in deren Erfindung die Jugend so grausam ist und in der das »Zwanzig gegen Einen« durchaus nicht für unehrenhaft gilt. Wenn er des Morgens kam – gerade jetzt wieder in einem geschenkten Rock, der ihm viel zu weit war – dann bildeten sie Spalier, erwiesen ihm höhnische Ehren und spotteten über seinen Rock.
»Der Kerl is ’n richtiges Originaol!« rief der Bauernsohn Rohweder, der seinen heimischen Akzent nicht abzulegen vermochte. Er hielt »Original« für etwas sehr Schimpfliches.