»Sie haben jestern einen Geistlichen auf offener Straße verhöhnt... Was woll’n Sie?« schnauzte er Sempern an, der aufgestanden war.
»Ich war auch mit dabei,« sagte Semper. Der »Pfaffe« reizte seinen Zorn.
Der Direktor schnappte. Was? Semper? Der Musterknabe? Er war einen Augenblick sprachlos. Aber dann fuhr er los mit gedoppelter Kraft:
»Also: man sollt’s kaum jlauben! Vier junge Leute, die sich zu den jebildeten rechnen, die Lehrer werden wollen! (hier brüllte der gute Korn förmlich) betragen sich wie der Janhagel und insultieren auf offener Straße einen Jeistlichen unserer Vaterstadt! Und als der Mann den einen um seinen Namen fragt, hat der die Impertinenz, zu sagen: ‘Ick habe die Ehre, Sie nich zu kennen!’«
Semper und Morieux erhoben sich wie zwei abgeschossene Raketen.
»Wat woll’n Sie?« schrie der Direktor Morieux an.
»Das habe ich nicht gesagt,« rief Morieux, der in der Erregung die wunderbarsten Fratzen schnitt.
»Wat woll’n Sie?« heulte der Direktor gegen Asmus.
»Ich will bezeugen, daß Morieux das nicht gesagt hat. Er hat gesagt: »Ich habe nicht die Ehre, Sie zu kennen.« Und dann erzählte Asmus den ganzen Vorgang, wie er sich zugetragen hatte.
»So,« machte Korn und schnappte wieder. »Na, ick sage Ihnen soviel: Sie jehen noch heute alle mit’nander hin zu dem Mann. Nimmt er Ihre Erklärung an, is’s jut. Tut er’s nicht, dann sind Se hier fertig. Dann werden Sie eliminiert.« Und damit stampfte er aus der Klasse.