Julie war nicht so sicher, wie sie sich gab. Mokantes Lächeln war hier nicht am Platz, und jede Art von Spiegelfechterei bedeutete einen Verlust. An Energie wäre dieser Gegner sicher gleichwertig, nachgeben würde er nie, und es bedürfte starker Waffen, sich zu behaupten. Trotz allem war sie unbekümmert und darum von vornherein im Vorteil.
»Wir sind immer am liebsten jedes für sich allein gewesen: vielleicht, weil wir so sehr zusammengehörten, weil etwas ganz Besonderes zwischen uns bestand und wir nicht wollten, daß ein laues Familienglück daraus würde.«
»Und Sie sind sicher, daß niemand von Ihnen bei diesem Verhältnis zu kurz kommt?«
»Vielleicht! Aber das ist dann eigene Schuld. Um selbst glücklich zu sein, darf man nicht auf andere warten.« Julie hörte ihre Stimme klar und bestimmt. Es ist ein eigenes Gefühl, lachend in eine Umgebung zu kommen, wo nüchterner Ernst und graue Gleichmäßigkeit herrschen. Und wie empfindet man die stummen Entgegnungen, die von allen Seiten zu einem kommen, sei es, um einem zu danken, daß man den Mut hatte, die Ruhe aufzuwecken, sei es, um sich zu sträuben, weil solches geschieht!
Der Professor schüttelte den Kopf.
»Kind! Was sind das für Anschauungen! Gerade das Zusammenhalten der einzelnen Glieder macht das Familienglück innig und fest. Sehen Sie meine Kinder an!«
Der Doktor nickte gehorsam Beifall.
»Das haben wir gewiß erfahren ...!«
»Aber es kann doch auch eine Gefahr darin sein: viele meinen, nur für andere leben zu müssen, und verlieren darüber sich selbst.«
Der Pastor hob die Hand.