»Ich kann wohl die Lampe anzünden?«

Agnes Elisabeth nickte und setzte sich mit Evelyn aufs Sofa; sie schmiegte sich in die Kissen und sah vor sich hin. Evelyns Arme glitten langsam herab. »Ich bin nämlich so müde, so müde, du!«

Gesch Margret kam, um abzudecken. Julie zündete die Hängelampe an. Weiches Licht lag nun auf Tisch und Teppich; oben, durch einen seidenen Schirm gedämpft, verlor es sich im Zwielicht.

Marianne ließ sich in den Schaukelstuhl sinken.

»Hol dir doch eine Handarbeit, Marianne,« sagte Agnes Elisabeth. »Du kannst doch nicht immer so faul im Lehnstuhl sitzen.«

»Hm!« machte Marianne, stand schwerfällig auf und kramte in einer Schieblade.

Julie öffnete das Paket, breitete Briefe vor sich aus und begann sie zu ordnen.

»Was hat Mama doch für eine feine Handschrift gehabt!« sagte sie. »Ich glaube, Mama hat früher sehr gern geschrieben.« Sie legte die Briefe aufeinander. »Noch aus der Mädchenzeit, an die Großeltern, ›Mein lieber Ernst, 26. Juni‹, das muß ihr erster Brautbrief gewesen sein.«

»Laß mich sehen!« sagte Marianne schnell und kam eilig an den Tisch.

»Setz dich hin,« wehrte Julie ab. »Erst will ich sie ordnen.«