Da Mariannes Meinung noch immer maßgebend war, blieb es bei Lukas’ guter Absicht. Auch wurden beider Gedanken bald nach einer anderen Richtung hin gelenkt, und diese Dinge traten in den Hintergrund.
Obwohl man erst im September stand, begannen sie nämlich mit einem Male von Weihnachten zu sprechen, und daß sie dann nicht mehr allein sein würden. Von nichts anderem sprachen sie. Lukas Allm hatte dabei jene weiche Freude, mit der Kinder an das Christfest denken, während in Marianne vielerlei Sorgen waren, Geschäftigkeit und Unruhe, wie es einer jungen Frau zukommt.
An einem jener späten Sommertage, die den Frieden eines schlummernden Kindes haben, just als die Sonne unterging, erfuhr auch Hinrich Teetje von den Gerüchten über Agnes Elisabeth. An dem Fenster der Gaststube stand er und trank sein Braunbier aus, als der Wirt vorsichtig zu ihm trat, den Tisch abwischte und mit verhaltener Stimme sagte:
»Die ist nun glücklich wunderlich geworden!«
Teetje stellte sein Glas hart auf den Tisch.
»Wer?«
»Die Älteste von Hellweges.« Und als der andere keine Miene verzog, kam es triumphierend hinterdrein: »Zwei Stunden ist sie heute wieder auf dem Kirchhof gewesen.«
»Unsinn!«
Darauf hatte der Wirt nur gewartet. Denn nun kam die ganze Geschichte, mit Anmerkungen, Erläuterungen und sämtlichen möglichen Lesarten. Teetje saß daneben und starrte nach dem Fenster, hinter dem rote Lichtschwaden dampften. Plötzlich lachte er laut, stand auf, legte sein Geld auf den Tisch und ging weg.