Sie konnte keine Worte finden.

»Herr Professor, es tut ... Es tut mir ... So leid tut es mir ... Aber ich habe ihn nicht lieb! Nein, ich habe ihn gewiß nicht lieb!«

»Ich begreife, es kommt Ihnen zu überraschend! Sie sagen, Sie haben ihn nicht lieb ...«

Julie schüttelte heftig den Kopf. Ein Gefühl von Widerwillen schlug plötzlich über ihr zusammen. Die stickige Luft, die rosa Blumen, seine wohlmeinend überlegene Stimme verursachten ihr Unbehagen.

»Sie sagen, Sie haben ihn nicht lieb?! Die Liebe wird kommen, mein Kind, wenn Sie nur in Demut darauf warten!« Seine Güte begann gereizt zu werden.

»Bei andern mag das sein. Von mir aber weiß ich genau, daß ich ihn niemals liebhaben werde.« Er machte noch einen Versuch.

»Bedenken Sie, was Sie von sich weisen! Sie stehen allein in der Welt. So, wie Sie sind, wie Sie alles Freie, Moderne lieben, liegt die Gefahr nahe, daß Sie sich verlieren und vom rechten Wege abkommen. Sie kennen das Leben nicht! Sie wissen nicht, was Sie jetzt ausschlagen! Sie brauchen eine Stütze, und Johannes möchte Ihnen diese Stütze sein. Er würde Ihnen ...«

Julie stand auf.

»Ich liebe ihn nicht, und ich weiß, daß auch nicht das geringste Verstehen zwischen uns ist!«

Nun wurde er ängstlich um seine Mission.