»Ich wollte es so gern einmal von dir hören!« sagte er.
Sie küßte ihn. O ja, sie küßte ihn.
Und nun wollten sie Weihnachten feiern.
Der Duft von ihrer Kindheit Tagen sollte im Zimmer dämmern, die wichtigen Geschichten sollten sich von neuem begeben, vom Versteckspielen im Hause der Großeltern, von den Windmühlenflügeln, die sie beinahe mitgenommen hätten, vom Hektor, der dann gestorben war. An ihren Kinderträumen wollten sie das Heute messen und konnten ihr Glück nicht anders sagen, als mit ihrem alten Kinderlachen.
Sie mußte die Augen zumachen, damit er die Leuchter hinaustragen und den Baum hereinbringen konnte. Damit sie nicht zu früh aufsehe, mußte sie bis hundert zählen; sie hörte aber schon bei fünfzig auf, und da stand vor ihr der kleine Baum mit allen seinen Lichtern.
Wie sie jubeln und lachen konnten! Um den Tisch herum liefen sie und sahen ihn von allen Seiten an und fanden, daß er von hier so lustig aussähe, aber von da noch lustiger. Julie wollte die Lichter recht genau betrachten, diese vergnügten Lichter, und kam zu nahe, daß ihr Haar schon ein wenig zu knistern anfing, er mußte sie wegziehen; da sie nun einmal in seinen Armen war, mußte er sie wohl küssen. Dann durfte er sie nicht stören, am Schreibtisch saß sie und malte ihre Verlobungsanzeige auf ein großes Stück Papier; die legte sie ihm unter den Baum und machte ein feierliches Gesicht, daß er dachte, es sei irgend etwas Liebes, was sie ihm aufgeschrieben hätte; nun war es dies. Und sie lachte ihn aus!
Geschenke hatten sie keine; was hätten sie sich auch noch schenken sollen?
»Ich dachte, du würdest mir eine Börse gehäkelt haben, Julie! Oder du hättest mir eine Brieftasche gestickt!«
»Ich habe ein Geschenk für dich, Peter,« sagte sie und wendete sich ein wenig ab. »Du weißt wohl nicht, was es sein könnte?«
»Nein!« kam es lächelnd zurück.