»Ich konnte nicht zum Bahnhof kommen,« sagte Agnes Elisabeth. »Ich hab’ hier noch Unkraut gefunden; wenn man es nicht rechtzeitig ausrupft, wird es immer schlimmer. Hier ist schon wieder welches!« Sie bückte sich; es schien, als wolle sie da hockenbleiben. »Dieser dumme Schachtelhalm! Immer reißt man die Stiele zu kurz ab!«

Julie blieb stehen. »Komm, Agnes Elisabeth, wir können es ja morgen tun.«

»Wie du willst!«

Sie gingen einige Schritte.

»Als ich von Berlin wegfuhr, regnete es noch,« sagte Julie. »Hier ist das Wetter so schön!«

»Ja, es ist in diesem Jahre früh Sommer geworden. Sieh mal, wie groß die Äpfel sind! Sogar Gewitter hat es schon gegeben. Drüben bei Gertelmanns, weißt du, wo wir manchmal beim Schlittschuhlaufen einkehrten, hat es eingeschlagen. Aber sie sagen, er selbst habe es angesteckt. Das ist überhaupt ein alter Trinker! Seine Frau ...«

»So!« sagte Julie. Es wunderte sie, daß sich die Schwester um solchen Klatsch kümmerte.

Sie kamen ans Haus.

»In deinem Zimmer sind die Rouleaus herabgelassen, Agnes Elisabeth!?«

»Da schlafe ich schon längst nicht mehr. Ich ziehe in allen Zimmern herum. Mir ist immer, als ob da etwas wäre, was mich heraustreibt ...«