»Ach, das bist du, gute alte Miese! Willst mir Gesellschaft leisten?« Sie hob die Katze auf ihren Schoß. »Siehst du, nun sind wir drei ganz allein! Sie,« sie hob den Zeigefinger nach dem Sarge, »du und ich.«

Die Katze fing leise zu schreien an.

»Ach so!«

Sie setzte das Tier hin, stand auf und ging in die Küche. Mit einer Schale voll lauwarmer bläulicher Milch kam sie zurück. Die schmale Katzenzunge schleckte durstig.

Agnes Elisabeth griff nach ihrem Strickstrumpf. Die Nadeln klirrten eintönig. Die Katze leckte.

Das Lampenlicht ruhte sich auf Agnes Elisabeths rotem Haar aus. Die Schatten träumten leise hin und her.

Die Diele lag ausgestreckt und schlief schwer und fest.

Und die Stille schwieg über allem.

II

Die blauen Rouleaus waren heruntergelassen, nur die zwei Fenster nach der Schattenseite waren offen geblieben. Hinter ihnen sah man einen schmalen Kiesweg, eine dichte Hecke mit harten stachligen Blättern und ein Stück blauen Himmels. Die Luft stand kühl im Zimmer. Nur strichweise lag ein leiser Tapetengeruch. Das bläuliche Licht macht alles gleichgültig und nüchtern. Auf dem rechten Rouleau streckte sich der Schatten eines großen Efeublattes und glich einer Menschenhand, die den Pergamentstoff leise schaukelte. In dem goldenen Empirespiegel sah man wieder das Rouleau, das grünlichblau herübernickte, und davor den grauweißen Mullbeutel der Lampe, der mit Fliegenpunkten bedeckt war.