»Du bist doch nicht krank?«
»Warum sollte ich krank sein? Geh nur zu Bett, Julie!«
»Wenn du mich brauchst, Agnes Elisabeth, weckst du mich, hörst du?!«
Von drinnen kam keine Antwort.
Julie ging in ihr Zimmer zurück.
Sie trat ans Fenster und sah in den Garten hinaus. Da waren mit einem Male viele weiße Laken. Große grelle Flecke! Sie erschrak. Dann fiel ihr ein: die hatte wohl Agnes Elisabeth noch aufgehängt. Sie zog ihren Stuhl heran und lehnte die Arme auf die Fensterbank.
Lange Zeit saß sie so.
Plötzlich fuhr sie zusammen. Irgendwo dort hinten war ein Schatten über die Laken gegangen. Sie beugte sich hinaus. Es war nichts zu sehen; der Garten lag totenstill. Sie ging ins Zimmer zurück an ihren Schreibtisch. Hier lag alles, womit sie sich die letzten Jahre beschäftigt hatte. Jetzt würde sie zu solcher Arbeit fürs erste nicht mehr kommen.
Da waren auch Peters Aquarelle. Sie wollte sie morgen aushängen; jetzt war sie zu müde. Sie begann sich langsam auszukleiden.
Plötzlich ging sie ans Fenster und ließ das Rouleau herunter. — Es war doch vielleicht besser. Dann legte sie sich hin und löschte das Licht.