XXXII

Es war an einem der nächsten Tage. Sie gingen durch den Garten, und auf dem Wege um den großen Rasenplatz erfuhr Agnes Elisabeth, daß Julie ein Kind bekommen würde.

Ihr Gesicht veränderte sich nicht, als sie es hörte, und es dauerte eine Weile, bis sie etwas sagte. Endlich aber kamen Worte, und Julie hatte andere erwartet.

»Es ist gut, daß du hier bist! Gesche und ich werden für dich sorgen. Wir werden alle die kleinen Sachen nähen und zurechtmachen, das wird hübsch werden, wir werden dich pflegen ...« Agnes Elisabeth streichelte Julies Haar.

Da fing Julie zu weinen an.

Nur weil diese rauhe Hand sie streichelte, weinte sie. Dann kam eine Wehmut über sie, und sie weinte immer heftiger.

Ihre Kindheit, ihre Arbeit, die Empfindungen, die sie damals geträumt und mit Peter erlebt hatte, dies alles glitt an ihr vorüber. Die neben ihr ging, hatte ebenfalls ihre Hände ausgestreckt, aber sie hatte nichts bekommen! Sie war an ihr vorbeigegangen, alle die Jahre hindurch, und hatte sie nicht einmal geküßt, alle die Jahre. Sie aber streichelte sie!

»Du darfst nicht traurig sein, Julie, es wird schon alles gut werden!«

Sie kamen an die Johannisbeersträucher. Die Trauben troffen hernieder wie Blut. Da nickte Agnes Elisabeth plötzlich.

»Ach ja! Ich hatte es ganz vergessen! Hier steht noch so viel Unkraut!« Sie bückte sich und fuhr mit den Händen in das grüne Gewucher.