Sie küßte ihn wieder ...
Sie stieß ihn von sich hin, daß er taumelte. Dann kroch sie auf den Knien den Hügel hinunter. Sie schlug mit dem Kopf an einen Ast, blieb mit dem Haar in den Zweigen hängen und riß sich die Hände blutig.
Immer auf den Knien kroch sie weiter, bis das Eis in den Wunden brannte. Da half sie sich auf die Füße, kam hoch und lief, so schnell sie konnte.
Hinter sich hörte sie Klappern und Rasseln und kreischendes Schneiden von Schlittschuhen. Sie lief schneller, sie raste über das Eis.
Er kam nicht weit mit. Schon bald schien er eine andere Richtung genommen zu haben; sie hörte ihn weit dort drüben.
Dann war alles verschwunden.
Sie blieb stehen und schloß die Augen. Heiß brauste es, troff in schwarzroten Streifen und flammte in zerrissenen Flecken. Gedanken gab es keine mehr; ihr Empfinden war wie eine Wüste.
Nach einer langen Zeit fühlte sie, daß ihre Hände warm und feucht waren, und wieder nach einer langen Zeit sah sie nach, was das wäre. Da lief Blut herunter.
Sie blickte auf. Um sie herum war nichts als Nebel. Rauchender Nebel. Er wälzte sich um sie herum, drängte sich nahe an sie heran, daß sie es brenzlig an den Lippen spürte, schwamm zurück, machte ihr Platz, daß sie ein paar Schritte laufen konnte, fing sie wieder auf, griff mit Händen nach ihrer Haut, nach ihrem Haar, rieb sich an ihren Armen, faßte über ihren Körper ...