Große Flocken klebten die Scheiben zu, und das dämmernde Licht des Frühnachmittags ging zu den brennenden Kerzen, die um ihr Bett herumstanden.
Sie hatten nur Tannengrün streuen können. Woher sollten sie Blumen nehmen ...?!
Sehr fern war die Tote, sehr allein! Zwar saßen die Schwestern bei ihr; man hätte meinen können, sie seien alle vier noch einmal beisammen; zwar schluchzte Marianne und wußte nicht, wie sie es tragen sollte; zwar weinte Evelyn viele hilflose Tränen. Doch dies alles geschah mitten im Zimmer. Die Tote aber lag im Alkoven! Zwischen ihr und den Schwestern stand die blasse Helle der Kerzen; über die kamen sie nicht hinweg.
Sie wollten mit ihr von alten Zeiten sprechen, wollten ihr danken, — denn es gab wohl viel zu danken —, aber es war nicht möglich. Es schien, als wolle die Tote nichts mehr von ihnen wissen.
Vor den Fenstern war es schon dunkel, als Gesche die Tür öffnete. Lukas Allm und der Pastor traten ein.
Julie stand auf und reichte ihnen die Hand.
Der Pastor trat neben das Bett und sah mitleidig auf die Tote. Lukas stand in der Ecke und weinte. Er, der sie am meisten mit Freundlichkeit umgeben hatte, war auch der einzige, der etwas von eigener Schuld empfand.
Nach einer Weile wendete sich der Pastor zu den Schwestern.
»Wir wollen miteinander beten!«
Sie standen auf und traten um das Bett herum, und der Pastor faltete die Hände und betete: