»Aus der Tiefe rufen wir, Herr, zu dir! So du willst Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?

Diese Tote ist dahingegangen, in der Blüte ihrer Jugend, in der Hälfte ihrer Tage ist sie dahingegangen.

Den Schwesternkreis hat sie verlassen und das Ziel ihres irdischen Lebens gefunden.

Herr, wir wissen nicht, ob sie in ihren Sünden gestorben ist; aber wir flehen zu dir, du wollest dich ihrer erbarmen.

Denn bei dir ist Gnade und viel Erlösung.

Du hast ihr Leben reich gesegnet, und ihrer Arbeit warst du gnädig. Den verwaisten Schwestern durfte sie die Mutter sein, sie durfte für sie sorgen, du gabst Gelingen zu ihrem Werke und ließest sie die Früchte genießen.

Es kann dein Wille nicht sein, daß diese Seele verlorengehe. Du bist gerecht und heilig. Sünde bleibt nicht vor dir. Aber du bist auch gnädig und voll großer Güte.

Darum heben wir unsere Hände zu dir auf: Vergib ihr ihre Sünde und nimm sie in Gnaden in dein himmlisches Reich.

Herr, lehre uns bedenken, daß auch wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.

Daß wir beizeiten tun, was zu unserem Frieden dient, daß wir entsagen der Hoffart der Welt und töten des eigenen Herzens Wünsche, daß wir wandeln in deinem Licht und merken auf dein Wort.