Die alte Pendeluhr dicht am Ofen schlug sechs, dünn und blechern. Auf den Wänden zitterte Sonnenlicht. In dem Glas der goldgerahmten Kupferstiche spiegelte sich die große Silberkugel draußen im Garten, ein Stückchen Rasen und die Efeublätter, die das Fenster einrahmten.

»Warum wird man eigentlich konfirmiert?« fragte Evelyn plötzlich hinüber.

»O world, as God has made it: all is beauty, and knowing this, is love.« Julie hörte mit einem kleinen Seufzer auf. »Stör mich doch nicht immer,« sagte sie ruhig.

»Du brauchst doch nicht zu arbeiten! Du tust es doch nur zu deinem Vergnügen!« Evelyn gähnte.

»Ich finde es zwecklos, daß ich konfirmiert werde. Warum tut man eine Sache, deren Sinn man nicht begreift?«

»Als ich so alt war wie du, habe ich Mama dasselbe gefragt. Sie sagte: ›Tue es trotzdem, Kind, du wirst daran erfahren, wie vergeblich es ist, dort nach Schönheit zu suchen.‹«

»Ich wünschte, es wäre vorüber!« seufzte Evelyn.

»Mama meinte, daß man einmal versuchen müsse, auch diesen Weg zum Glücklichsein zu gehen, um dann bewußt wieder umkehren zu können, und sich einen anderen zu suchen.«

»Würdest du deine Kinder konfirmieren lassen, Julie?«

Julie sah durch das offene Fenster. Sie mußte immer offene Fenster in ihrem Zimmer haben.