Marianne kreischte auf. Evelyn kam mit der Gnadenpforte.

»Wie dumm!« sagte Agnes Elisabeth ärgerlich. »Was machen wir nun? Ich mit meinem nassen Haar kann mich unmöglich sehen lassen!«

Julie zog gemütlich ihre Beine aus dem Wasser. »Bei mir geht es schnell mit dem Anziehen! Genießt es nur weiter!« Sie verschwand in der Laube und trat nach kurzer Zeit in ihrem Leinenkleide wieder heraus. »Amüsiert euch derweilen mit der Kuh!« rief sie und ging langsam den Kiesweg hinauf; am Blumenbeet blieb sie stehen und pflückte ein paar Heliotropen.


Im Wohnzimmer, am Fenster, das nach dem Garten führte, stand der Pastor. Frech wippte das Gardinenmuster auf seiner Glatze. In den Winkeln über der Oberlippe saß behaglich eine Phantasie über die weißen Mädchenkörper dort unten, die er nicht sah, deren Stimmen aber ab und zu heraufklangen. Seine Hand lag unruhig auf der Fensterbank.

Julie trat in die Tür, blieb einen Augenblick stehen und stellte mit lächelnder Genugtuung bei sich fest, daß der Pastor am Fenster stand, und daß dort unten der Fluß war.

»Guten Abend, Herr Pastor!« sagte Julie.

Der Pastor zuckte zusammen und wendete sich um.

»Ach so, — so!« Er griff mit der Hand in die Luft. Mit einem Zucken flog die kleine Phantasie davon, und das sanfte Lächeln setzte sich mechanisch in die altgewohnten Falten.

»Verzeihen Sie, daß ich erst heute wieder den Weg zu Ihnen finde,« begann er. »Und daß ich Sie nun auch noch beim ... auch noch störe.«