Die Mutter nickte.
»Ich hätte gar nicht gedacht, daß die Kleine sich überhaupt zum Schreiben hinsetzte. Die Fräulein Julie, ja! Aber die Eva!«
Sie faltete die Hände über ihrer Schürze. Die altmodischen Ohrringe baumelten. Der Kopf ging von links nach rechts.
»Ja, ja, was aus denen wohl noch wird!? Es ist doch traurig, so ohne Vater und Mutter! Es paßt ja keiner auf sie auf! Einen Mann finden sie hier draußen auch nicht!«
Der Lehrer wiegte den Kopf.
»Man weiß nicht!«
»Glaubst du, daß die einen aus dem Dorfe nehmen? Dafür sind sie viel zu vornehm! Wenn sie ja auch sonst immer freundlich und nett sind, und auch wirtschaftlich und fürs Einfache und alles selber tun im Haushalte!«
Über die Kressenbeete fiel ein Schatten; er stand einen Augenblick still und kam dann zögernd nach der Veranda zu. Der Lehrer sah hinaus.
Da stand ein Fremder, der sich suchend umblickte. Er war mittelgroß und trug einen Jackettanzug mit Gamaschen, starke, gelbbraune Stiefel und einen langgebundenen roten Schlips.
Der Lehrer stand auf. Der Fremde griff an den Hut.