»Wollen Sie die Freundlichkeit haben, mir zu sagen, wo Fräulein Hellwege wohnen? Im Dorf ist man wohl gerade beim Mittagessen; jedenfalls habe ich niemanden getroffen, den ich um Auskunft bitten konnte.«
Lukas Allm griff verlegen in sein dichtes Haar.
»Ja, bitte, die Fräuleins wohnen ein paar Häuser weiter. Ich will es Ihnen zeigen.«
»Wenn Sie mir nur das Haus beschreiben wollten; ich finde mich schon zurecht.«
Des Lehrers rote Hand stand in der blauen Luft.
»Wenn Sie von hier die Chaussee links hinuntergehen, an den drei großen Bauernhöfen vorbei. Da liegt rechts das Haus. Sie erkennen es schon an dem weißen Gitter, und dann ist es auch ein bißchen absonderlicher als die anderen.«
»Meinen Sie, daß man die Fräuleins zu Hause trifft?« fragte der Fremde und schob seinen Schlips zurecht.
Der Lehrer entwickelte ein baumwollenes Taschentuch. »Sie werden wohl zu Hause sein,« meinte er. »Ausflüge machen sie nur bei Regen und Sturm.«
»Na, da will ich mein Glück versuchen! Ich danke Ihnen.«
Lukas Allm sammelte seine unbeholfenen Glieder und brachte den Fremden bis an die Chaussee.