»Darf ich Ihnen kurz erklären, um was es sich handelt?«

Agnes Elisabeth blickte auf und war sofort bei der Sache. Sie setzte sich auf die Bank, Craner zog einen Korbstuhl heran.

Mit sachlicher Stimme erläuterte er den schwülstigen Geschäftsstil der Formulare; auf einem Blatt Papier machte er ihr verständlich, wie sie dieselben zu behandeln hätte.

»Hier müssen Sie dann die verschiedenen Daten ausfüllen, also etwa: Agnes Elisabeth, in diese Rubrik hier: geboren den so und so vielten, und so weiter. Nicht wahr, Sie verstehen mich?«

Agnes Elisabeth hörte aufmerksam zu. Sie empfand ein neues Wohlbehagen. Sie lehnte sich an diese ruhige Stimme an. Nun würde schon alles in Ordnung kommen.

Dann sprach er von ihrem Einsiedlerleben. »Ich glaube Sie zu verstehen,« meinte er freundlich. »Sie sind in engster Verbindung mit der Natur, die Ihnen immer mehr geben kann, als Menschen es vermögen. Rücksichten auf die kleinen Dinge des Alltags sind hier kaum vorhanden. Und darum laufen Sie wenig Gefahr, sich selbst zu verlieren.«

»Wir haben es von Mama so übernommen,« sagte Agnes Elisabeth weich. »Und wir sind glücklich darin. Verstanden hat uns bis jetzt freilich noch niemand. Aber wozu braucht man Verstehen?« In ihren Augen war wieder jene Verschlossenheit sichtbar, die jeden Einblick in ihre Empfindungen kühl zurückwies.

Craner staunte. Dieser sprunghafte Wechsel zwischen Bewegung und geraden, harten Linien! Eine knisternde Unruhe, gleich einem Feuer, das mitten in der Heide emporzuckt und fliehend über lange Strecken flirrt.

»Ich weiß nur nicht,« begann er wieder, »ob nicht doch mit der Zeit andere Bedürfnisse aufwachen werden ...«

»Dann wird man weitersehen,« sagte sie, stand auf und legte die Papiere zusammen.