Das Gespräch floß in geschwätziger Breite dahin. Allmählich dehnte es sich, stumme Blasen stiegen auf, endlich blieb es sachte stehen.

Frau Allms Socke spitzte sich zum Zeh, Agnes Elisabeth erhob sich, und nach Bedanken und Gutenachtsagen ging man auseinander.

Wenn Marianne und Lukas Allm sich noch zu einem Zusammentreffen in der Heide am nächsten Mittag verabredet hatten, so hatte man davon jedenfalls nichts gehört.

»Es sind junge Seelen; gute Eindrücke werden in ihnen haften bleiben,« sagte der Pastor und schloß die Haustür.

X

Wie tote Städte standen die Torfhaufen nebeneinander, in geraden Straßen, die verlassen waren. Hier eine Stadt, dort eine, alle ausgestorben, als sei die Pest hindurchgegangen.

Der Wind fegte über das Moor. Aus der Ferne kam er heulend heran, wimmerte über den Bäumen und prasselte hinten in die Dorfstraße hinein. Staub wirbelte er auf, duckte Hagebuttensträuche zu Boden, ließ Eichengebüsch klirrend erschauern und die entlaubten Birken ihre Leiber zur Erde biegen. Alles, was noch Sommer war, riß er ab und pfiff es in die Luft.

Drüben stand die Sonne. Zwischen Dunst ein matter Streifen und in Schleiern eine kalte Kugel. Es war kein Licht, das von ihr kam; eine Blässe, die nur traurig war, ein Glanz wie blindes Messing. Feindschaft war heraufgekommen aus toten Winkeln und hatte alles Glück und alles Jubeln verstummen lassen. An Licht und Sonne mochte man nicht glauben und ließ es gehen, wie es ging.

In der Mitte der Straße ging Agnes Elisabeth. Der Wind preßte sich fest an sie, so daß das Kleid wie nasse Tücher um ihre Formen klebte. Sie lehnte sich dagegen. Der Sturm wußte, daß sie ihm gehörte.

Just, als die gelbe Scheibe sich hinter graue Schwaden versteckte, erschien unten, wo die Chaussee mit kreisrunder Öffnung in der Ferne verschwand, ein dunkler Punkt. Er wurde größer, und dann erkannte Agnes Elisabeth, daß es der war, den sie erwartete.