Die Ursache davon war nicht etwa eine Erkältung, wie man meinen möchte; sie trug einen viel bestimmteren Charakter.

Der klapperdürre, geizige Stangenbauer war schon auf der Suche nach dem Peitschenstielverderber gewesen. Und wie er so spähend um das Haus schlich, entdeckte er ihn hinter dem Zaun.

Da schob nun Stanger knieend, mit fest aufeinandergekniffenen Lippen, vorsichtig seine beiden Fangarme durch die Lücke des Zaunes. Dann faßte er, immer noch leise hantierend, Hansl’s Ohren und Kopf zwischen die krallenartig umgebogenen Hände. Ganz so wie die Köchin den großen Suppenhafen an den Handhaben anpackt. Erst als der Bauer beiderseits festen Griff hatte, fing er an, symmetrisch[244] anzuziehen. Daher das Gefühl des Reißens in Hansl’s Kopf. Der Hansl schrie:

„Auweh! Meine Ohr’n!“

Der Stanger sekundierte[245] grimmgemut:

„Auweh! Mein Peitschenstiel!“

Weiter sprach er kein Wort; er grinste nur. Aber es hatte den Anschein, als ob er sich darauf kaprizieren[246] würde, Hansl’s dicken, kugelrunden Kopf durch den handbreiten Zaunspalt zu zerren. Als er endlich nach geraumer Zeit seine Krallenfinger öffnete, da waren Hansl’s Ohren so blaurot wie zwei Truthahnkämme.

So war der Hansl noch nie malträtiert[247] worden wie heute. Und der Pfarrer hatte ihnen eingeredet, die Seligkeit nach der ersten Beichte sei nicht zu beschreiben, die müsse man fühlen.

Der Hansl bedankt sich schön! Er wünscht dem Pfarrer auch solche unbeschreiblichen Gefühle.

Am nächsten Morgen konnte er sich kaum zur Kommunionbank[248] schleppen, so steif und schmerzhaft waren seine Glieder. Und eine erschreckliche Nervosität hatte ihn befallen. Bald vermeinte er die Klauen des Stangenbauern an seinen Ohren zu verspüren oder er fühlte die salbungsvollen Hiebe der Mutter mit dem Birkenen.