Arthur Schnitzler
| Reigen | Zehn Dialoge. — 20.–25. Tausend. M. 3.50, geb. M. 5.—. |
”Münchner Neueste Nachrichten“: ”Es ist das Buch der Saison, das Schnitzler geschrieben hat. Es ist ein scharmantes Werk, voll Anmut und Grazie.… Das scheint schon ein gewichtiges Lob und doch erklärt es noch nicht, warum diesen zehn Dialogen ein Massenerfolg beschieden war. ”Reigen“ ist ein gewagtes, ein ”frivoles“ Buch und sein Erfolg ist ein Pikanterie-Erfolg. Damit soll beileibe nicht der Dichter getadelt werden, sondern das Publikum. Die künstlerischen Qualitäten der Gespräche haben mit dem Aufsehen, das sie erregen, nichts zu tun. Daß sich hinter den erotischen Ereignissen dieser Szenen eine beinahe überfeinerte Psychologie und eine vornehme lächelnde Menschenverachtung bergen, merkt auch die in der Kunst stets am Stoffe klebende Menge nicht. Wie wären sonst die zahlreichen Entrüstungen eifriger Moralisten zu erklären, die es wagten, den Dichter als skandalsüchtigen Zotenreißer hinzustellen! Es sei ohneweiters den nach Polizei schreienden Tugendwächtern zugegeben, daß die Kühnheit der Dialoge etwas Herausforderndes hat. Es sind zehn kleine Komödien des Geschlechtstriebes, in deren Höhepunkten der Dichter stets zu schweigen und die Interpunktion zu reden beginnt. Dirne und Soldat, Soldat und Stubenmädchen, Stubenmädchen und der junge Herr, der junge Herr und die junge Frau, die junge Frau und der Ehegatte, der Ehegatte und das süße Mädel, das süße Mädel und der Dichter, der Dichter und die Schauspielerin, die Schauspielerin und der Graf bilden einen Reigen, der sich mit der Vereinigung des Grafen und der Dirne schließt. Die Vorhänge der verschwiegensten Alkoven öffnen sich, und die geheimsten Geheimnisse dürfen wir hören. Die Liebe in ihrer konkretesten Form ist das einzige, zehnmal variierte Thema des Buches und trotz der außerordentlichen Wahrhaftigkeit des Tones, in dem die Gespräche gehalten sind, fällt kaum ein unzartes Wort. Vielleicht noch nie sind die femininen Listen sicherer beobachtet und diskreter nachgezeichnet worden. Ein Chirurg der Seele zeigt uns ihre verborgensten Verrichtungen und dringt hier in Gebiete, die bisher der Kunst terra incognita waren.“
Raoul Auernheimer
Rosen, die wir nicht erreichen
Ein Geschichtenband.
2. Auflage. M. 2.—, geb. M. 3.—.
”Hamburger Fremdenblatt“: Der ”Wiener Verlag“, der uns bereits die Kenntnis einer Anzahl wirklich guter und origineller Bücher vermittelt hat, läßt mit seinen ”Rosen, die wir nicht erreichen“, abermals ein gediegenes Werk in die Öffentlichkeit hinausgehen. Der Erzähler dieser kurzen Geschichten aus dem Leben erfreut sich einer Frische und Selbständigkeit der Anschauung und dabei eines Stiles von so bestrickendem Reiz, daß man den Autor ohneweiters in die erste Reihe der modernen Erzähler zu stellen hat.
”Berliner Nationalzeitung“: (Welt am Montag.) Wer Raoul Auernheimer, der jedem auf literarischem Gebiet Versierten wohl schon begegnet ist, noch nicht kennt, der sollte diesen Geschichtenband zum Vermittler einer zweifellos sehr genußreichen Bekanntschaft machen. Auernheimers Geschichten werden alle ohne Ausnahme von einem feinen Humor und einer noch feineren Satire getragen. Der Dichter schaut von hoher Warte auf Welt und Menschen herab......
Raoul Auernheimer