„Tönnchen“ wurde mit vielem Jubel hineingeschoben. Er machte seinem Kneipnamen Ehre und hatte zwei Bänder auf der gewölbten Brust, die mit seinem kräftig karierten Anzug eine etwas üble Farbensymphonie[227] ergaben.

Es erwies sich, daß man „Tönnchen“ zu heftig geschoben hatte. Er mußte sich an etwas halten; und es lag in der ungünstigen Platzverteilung, daß dieses Etwas das friedliche Gesicht des immer noch schlafenden Jubilars war.

„Bitte tausendmal um Vergebung...“

Tönnchen entschuldigte sich bei dem Erwachenden durchaus als Kavalier[228]. Dann donnerte er hinaus: „Der Fuchs, das heimtückische ‚Herzblättchen‘, hat absichtlich zu feste geschoben. Fuchsmajor, laß mir den Kerl heut’ abend mal zwölf Ganze spinnen. Dir will ich helfen, Jungchen!... Na, Wolfram von Eschenbach, willst du etwa auf dem Perron übernachten?“

„Ne, ne! Vorgestern in der Kegelbahn, heute auf’m Perron — danke...“

„Du, Leibfuchs, sieh doch mal auf meiner Bude nach, da muß noch ein Brief an meine alte Dame liegen. Der ist wichtig. Wirf ihn ein. Kleb’ aber erst ’ne Groschenmarke auf. Du darfst sie dir von deinem nächsten Wechsel abziehen.“

„Einsteigen, Mohrenfürst, einsteigen!“

„Ist der Friedrich mit der Fahne in der ‚Dritten‘?“

„Ja. Er hat sich natürlich schon mit dem Zugführer in den Haaren. Die rote Mütze regt ihn auf.“

„Du, das sag’ ich dir, Leibfuchs, wenn mich morgen bei der Feier deine Lackstiefel drücken, dann telegraphier’ ich dir einen Bierjungen!“