„Du, Sophokles, halt’ den Köter fest. Ich kenn’ ihn; im letzten Augenblick springt er rein. Führ’ ihn morgen ’n bißchen spazieren, ja? Und erzähl’ ihm von mir. Er hört’s gern. Du, und dann, Sophokles, er ist mit dem Magen nicht ganz in Ordnung. Gib acht, daß ihm die Hessen-Friesen morgen beim Frühschoppen nicht wieder ein rohes Beefsteak dedizieren[229]. Ja? Das machen sie immer, und er kann’s nicht vertragen.“
„Tönnchen, vergiß nicht, grüße den rasenden Roland von mir. Der ist sicher dort. Er hält sich für einen deutschen Dichter, seit die ‚Fliegenden‘ einen Gedankensplitter von ihm honoriert[230] haben.“
So ging das hin und her.
Es war ersichtlich: das war eine Deputation zum siebzigsten Geburtstag Hans Eduard Meßmanns.
Ich weiß nicht, warum mir bei dieser Erkenntnis unbehaglich zumute wurde. Aber es wurde mir so.
Die drei jungen Leute, die da mit Kappen und Bändern zu uns einstiegen, waren ja sonst ganz nett und frisch. „Tönnchen“ jovial-fidel[231]; „Wolfram von Eschenbach“ ein wenig müdmodern mit einem Stich in den Patentfatzke; „Mohrenfürst“ mit besonders dunklem Teint[232], der ihm seinen Kneipnamen verschafft haben mochte, und frischen Schmissen, die einen heftigen Jodoformgeruch verbreiteten.
Als sich eben der Zug in Bewegung setzen wollte, kam noch ein behäbiger, älterer Mann mit einer jungen Dame gesprungen.
„Freund Silen, hurra! Der Pflegevater des Dionys fährt auch mit!“ jubelte der Fuchs, der Tönnchens Köter, einen Hund von vielen Rassen, an einer knallgelben Lederstrippe führte.
„Evoë Bacche[233]!“ ließ sich die ganze Mützenversammlung vernehmen.
„ Hier herein, würdiger Herbergsvater!“ entschied Tönnchen.