.... Der Mutter mit einem Strohhalm die Milch aus den Schüsseln gesaugt...
So schrieb er; eine Lumperei nach der andern.
Erst gestern noch hatte er das mit dem Strohhalm gemacht. Auf die Weise brachte er es zustande, daß die Rahmschicht obenauf unversehrt blieb, und darunter schwand die Milch. Die Mutter — sonst nicht abergläubisch — glaubte schon an Hexerei.
Der Hansl riet ihr, das Milchstübel vom Pfarrer „aussegnen“ zu lassen.
O, der Hansl war ein Früchtl!
Erst als er sich bis hoch in die Dreißig hineingeschrieben hatte, ging es langsamer; und endlich fiel ihm nichts mehr ein. Er las fünf, sechs Mal das ganze Register durch, damit er in Übung komme, nicht etwa im Beichtstuhl stecken bleibe und so den Pfarrer noch giftiger mache, als es ohnehin schon vorauszusehen war.
Schließlich setzte er getreulich den vollen Namen unter das Sündenprotokoll, und das Datum. Dann wickelte er den sorgsam zusammengefalteten Zettel in sein Schnupftüchel und steckte es in den Hosensack.
Das Mittagessen, Dampfnudel mit kalter Milch, schmeckte dem Hansl heute nicht so gut wie sonst. Die Milch rührte er gar nicht an; sie erinnerte ihn zu lebhaft an die Geschichte mit dem Strohhalm. Er getraute sich auch nicht, der Mutter ins Gesicht zu schauen; denn nun trug er es schriftlich in der Tasche herum, daß er ein ganz nichtsnutziger Junge sei.
„Hast recht große Brock’n?“ forschte die Mutter.
„Hm! So mittelt durch“, meinte der Hansl kurz nebenhin, und ließ sich nicht weiter ein.