Nach dem Essen schlich er sich in die Schule und von dort gemeinsam mit den anderen Buben unter Aufsicht des Lehrers in die Kirche.

Dort ging es bald los. Der Pfarrer „saß“ schon, als der jugendliche Büßerzug daherkam. Ein Knirps nach dem andern betrat reuig und ängstlich den Beichtstuhl, um ihn mit protziger Sicherheit wieder zu verlassen.

Es ging wie auf dem Schnellsieder. Die Bürschlein hatten ihre wenigen lumpigen Sünden fein sauber abgeschrieben und lasen sie herunter wie ein Kapitel aus der Bibel.

Das Aufschreiben hatte der Pfarrer selbst den Buben angeraten:

„Nur alle Sünden fein aufschreiben, Bübeln; damit ihr ja nix vergeßt! Wenn ihr erst einmal all’s bereut und einbekennt habt, dann sollt ihr erst sehen, was das für ein Gefühl ist; so ring und federleicht; man kann’s nit beschreiben; man kann’s nur fühlen!“

Schwer ging’s dem Hansl mit Reue und Vorsatz. Mitten darin plagten ihn immer wieder weltliche Gedanken.

„Die Braung’fleckte, dö die Häuserin jetzt hat; wenn i nur die amal dertapp’n tät’; der wollt’ ich den Kragen zuschnüren; na, vielleicht erwisch’ ich sie morgen...“

Endlich traf’s ihn; den strohhaarigen, verschmitzten Hansl. Mit schlotternden Knieen wankt er in den Beichtstuhl. Schon hat der Pfarrer das kleine Türchen aufgemacht; der Hansl soll beginnen. Der aber sucht und sucht — nach dem Sündenzettel.

Der Pfarrer wurde schon ungeduldig: „Kreuztibidomine! Fang einmal an!“

Der Hansl, krebsrot im Gesicht, stiert in allen Säcken herum, beutelt sein Schnupftuch hin und her, und muß endlich als erstes bekennen: