„Wart’, Bürschl, deine Spitzbübereien mit dem Strohhalm! Jetz’ will i einmal dich aussegnen; vielleicht hilfts dann im Milchstübel!“
Und dann ging die ergrimmte Mutter über den Hansl.
Die Häuserin hatte sich hauptsächlich auf den Rücken des kleinen Sünders beschränkt. Die Mutter ging — praktisch wie die Mütter sind — um einen Schritt weiter. Und gründlich nahm sies, das muß man ihr lassen.
„Hm! Es ist doch ein’ recht schöne Sach’ um das Beichtgeheimnis“, dachte sich der Hansl; „und das Gefühl nach der ersten Beicht’ ist auch recht schön!“
Dann kroch er mehr, als er ging, durch die Hintertür auf die Wiese; legte sich hart am Zaune ins feuchte Gras. Der grüne, feuchte Rasen kühlt. Der Hansl fühlte instinktiv, was ihm nottat. Zerschlagen an allen Gliedern, wie er war, schlief er bald ein.
Ein schmerzhaftes Ziehen und Reißen im Kopfe erweckte ihn bald wieder.
Die Ursache davon war nicht etwa eine Erkältung, wie man meinen möchte; sie trug einen viel bestimmteren Charakter.
Der klapperdürre, geizige Stangenbauer war schon auf der Suche nach dem Peitschenstielverderber gewesen. Und wie er so spähend um das Haus schlich, entdeckte er ihn hinter dem Zaun.
Da schob nun Stanger knieend, mit fest aufeinandergekniffenen Lippen, vorsichtig seine beiden Fangarme durch die Lücke des Zaunes. Dann faßte er, immer noch leise hantierend, Hansl’s Ohren und Kopf zwischen die krallenartig umgebogenen Hände. Ganz so wie die Köchin den großen Suppenhafen an den Handhaben anpackt. Erst als der Bauer beiderseits festen Griff hatte, fing er an, symmetrisch[244] anzuziehen. Daher das Gefühl des Reißens in Hansl’s Kopf. Der Hansl schrie:
„Auweh! Meine Ohr’n!“